Unser Baumschnittkurs ist Geschichte und war hoffentlich für die zahlreich erschienenen Gartenfreunde eine nützliche Sache. Nun geht es an die Winterfestmachung im Garten. Und: Die Ernte von Spät- und Wintergemüse erfolgt jetzt, zum Beispiel letzte Salate, späte Möhren, Rosen- und Grünkohl.

  • Es ist sinnvoll, den Garten nicht zu sehr saubergeputzt in den Winter zu schicken. An Stauden (z.B. Herbstastern) sind oft noch Blüten, die bei wärmerem Wetter gern von Bienen und anderen Insekten als späte Nahrungsquelle genutzt werden. Die Samen dieser Pflanzen sind im Winter auch eine willkommene Nahrungsquelle für Vögel.
  • Umgraben von abgeerneteten Beeten wird nicht mehr empfohlen. (Es sei denn, der Boden ist sehr schwer oder eine zuvor nicht für den Gartenbau genutzte Fläche soll in Kultur genommen werden.) Man zerstört damit die natürliche Bodenschichtung mit ihren Lebewesen und vermindert langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Und: Umgraben ist schwere Arbeit.
    Alternative: Bodenlockerung mit dem Sauzahn
  • Abgeernete Bete sollten nicht „nackt“ über den Winter liegenbleiben. Wo keine Gründüngung eingesät wurde, empfielt es sich, eine Mulchschicht aufzubringen. Dafür eignet sich zerkleinerter Grünschnitt, der im Herbst zumeist reichlich im Garten anfällt.
  • Laub sollte, insbesondere zwischen Büschen und unter Bäumen, über den Winter liegenbleiben. Es bietet Unterschlupf für viele Insekten. Laub- und Reisighaufen werden gerne von Igeln zum Überwintern genutzt.
    Aber: Vorsicht bei Wühlmausbefall!

Der Grüne Daumen sagt:
Das Entsorgen von anfallenden (gesunden) Putzresten von Pflanzen über die kommunale Abfallverwertung ist Geldverschwendung, zusätzliche Arbeit und vor allem wegen der Fahrwege nicht umweltfreundlich. Über den Kompost wird daraus wertvolle Erde für die Zukunft.
Reif

Pflegearbeiten

– Immer noch gilt, falls nicht bereits erfolgt: Fallobst einsammeln und aus dem Garten entfernen und zusätzlich: Fruchtmumien an den nun abgeernteten Obstbäumen beseitigen! Darin überwintern die Sporen des Moniliapilzes (Faulende Früchte!) und befallen ganz schnell die jungen Früchte im Folgejahr.
An Kohlpfanzen weiter auf Schädlinge achten! (siehe Tipps für September/Oktober)

Nacktschnecken-Gelege

– Beim Aufräumen im Garten stößt man nicht selten auf die Gelege von Nacktschnecken (gern unter Brettern und Steinen). Diese gehen an der Oberfläche zugrunde, was die Schneckenplage im nächsten Gartenjahr reduziert. Der Grüne Daumen übergießt sie sicherheitshalber aber sofort mit kochendem Wasser.

– Von Rasenflächen das Falllaub laufend entfernen (und an anderer Stelle im Garten nutzen), Gräser faulen unter Laubschichten im Winter.

– Das Kleingewächshaus gut reinigen. (Mit Schmierseifenlösung gründlich auswaschen.) Möglich ist auch, die Scheiben zu entfernen und den Frost „arbeiten“ zu lassen. So kann die Überwinterung von Schädlingen vermieden werden.

– Ein weißer Kalkanstrich an Stamm und unteren Ästen von Obstbäumen schützt vor Frostschäden an sonnig-kalten Wintertagen.

– Wenn sie nicht mehr benötigt werden, sind Gartengeräte dankbar für eine gründliche Reinigung und Pflege (u.a. Einölen von Gartenscheren).

– Frostschutzmaßnahmen ergreifen: Vlies für frostempfindliche Pflanzen, (z.B. Rosmarin) Rosen anhäufeln bei zu erwartendem Dauerfrost, Baumscheiben frisch gepflanzter Gehölze sind dankbar für eine Abdeckung, Regenfässer leeren.

Der besondere Tipp vom Grünen Daumen

Upcycling der Stäbe von Silvesterraketen, die am Neujahrstag in Unmengen auf den Straßen und Wegen liegen. Diese können eine ganze Zeit als Pflanzenstützen für nicht allzu kräftige Pflanzen weiterverwendet werden.

Eine besinnliche Adventszeit, frohes Weihnachtsfest und einen gesunden, friedlichen und freundlichen Start ins Jahr 2019 wünschen
die Fachberater des KGV Erholung